Satirische Filmkritik, Film-Satire, Kino-Satire – Zeitraffer.ch

Geld ist halt doch geil

Les Invasions Barbares

Jahr: 2003 Kategorie: allerletzte Weisheiten Regie: Denys Arcand mit: Rémy Girard, Stéphane Rousseau

Wer Geld hat, lebt besser, wer Geld hat, stirbt besser! Um diese komplizierte Philosophie verständlich zu machen, präsentiert Regisseur Denys Arcand seinen Protagonisten Remy, der todkrank im Spital liegt, was ihm nicht besonders lustig scheint.

Vielmehr ist Remy – Professor, Alt-68er und ewiger mentaler Säugling – im Wortsinn todeinsam, ja schlimmer noch: im vollgestopften Spital umgeben von Kaffern und doofen Krankenschwestern. Da tritt sein Sohn Sebastien auf den Plan, der zwar beschränkt, aber nett und vor allem stinkreich ist. Wo Sebastien auftaucht, kursiert bald Bargeld in Fülle und alle sind topmotiviert. Er kauft Spitzenmedizin und Spitzen-Betäubungsmittel für Papa und macht dessen Sterben innert Kürze zu einer gediegenen Party.

Gediegenes Ableben dank dem reichen Sohn - Glückwunsch

Gediegenes Ableben dank dem reichen Sohn – Glückwunsch

Wie im TV-Spot für Krankenversicherungen findet sich Remy bald auf der Veranda eines Ferienhauses am See wieder, zusammen mit seinen ihn umgebenden alten Freunden in eine kuschelige Decke gewickelt, Trüffel aus der Toskana schlemmend, die selbstverständlich vom Schwulen-Paar exquisit zubereitet wurden. So darf Remy friedlich entschlafen, umsäuselt vom pointenreichen Geschwätz seiner Lieben. Ein Schock bleibt ihm allerdings nicht erspart. In der Minute seines Todes muss er erkennen, was er in seinem Leben verpasst hat: die Idioten um ihn herum einen nach dem anderen zu erwürgen.

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Madma • 17. November 2003


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